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Viele Soloselbstständige haben nur geringe Fixkosten. Die offiziellen FAQ zur Neustarthilfe wurden neu gefasst. Danach kann sie auch von Ein-Personen-Kapitalgesellschaften in Anspruch genommen werden. Außerdem können Anträge jetzt auch über prüfende Dritte gestellt werden.

Soloselbstständige und Kapitalgesellschaften mit einem Gesellschafter, so genannten Ein-Personen-Kapitalgesellschaften, die im Rahmen der Überbrückungshilfen III keine Fixkosten geltend machen, können einmalig eine Neustarthilfe von bis zu 7.500 Euro erhalten. Anträge können seit dem 16.02.2021 gestellt werden. Details zur Neustarthilfe, zum Beispiel zur Anrechenbarkeit von Einnahmen und Umsätze, werden in den FAQ von BMF und BMWi erläutert.

Antragsberechtigung für die Neustarthilfe

Antragsberechtigt für die Neustarthilfe sind

  • Soloselbstständige, die ihre selbständige Tätigkeit im Haupterwerb ausüben (mind. 51%)
  • Ein-Personen-Kapitalgesellschaften, bei denen der überwiegende Teil (mind. 51%) Einkünfte sind, die – wenn sie von einer natürlichen Person erzielt würden – als gewerbliche oder freiberufliche Einkünfte gelten würden. Außerdem muss der Gesellschafter der Ein-Personen-Kapitalgesellschaft 100% der Anteile der Anteile an der Gesellschaft halten und in einem Umfang von mindestens 20 vertraglich vereinbarten Arbeitsstunden je Woche von der Gesellschaft beschäftigt werden.

Es darf weniger als ein Angestellter (Vollzeit-Äquivalent) beschäftigt werden. Die selbständige Geschäftstätigkeit muss vor dem 01.05.2020 aufgenommen wurden sein bzw. die Kapitalgesellschaft vor dem 01.05.2020 gegründet worden sein. Außerdem dürfen sich Antragstellende nicht bereits zum 31.12.2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden und diesen Status danach nicht wieder überwunden haben.

Schauspielerinnen, Schauspieler und andere Künstlerinnen und Künstler, die nur kurzfristige Engagements und kurz befristete Verträge haben, sind antragsberechtigt , wenn:

  • es sich um kurz befristete Beschäftigungsverhältnisse von bis zu 14 zusammenhängenden Wochen in den Darstellenden Künsten handelt,
  • oder es sich um unständige Beschäftigungsverhältnisse von bis zu sieben aufeinanderfolgenden Kalendertagen handelt
  • und die Antragstellenden für Januar 2021 kein Arbeitslosen- oder Kurzarbeitergeld bezogen haben.

Höhe der Neustarthilfe

Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50% eines 6-monatigen Referenzumsatzes, maximal aber 7.500 Euro. Die volle Neustarthilfe wird gewährt, wenn der Umsatz während des Förderzeitraums Januar 2021 bis Juni 2021 im Vergleich zum Referenzumsatz um mehr als 60% zurückgegangen ist. Der Referenzumsatz ist im Normalfall das 6-fache des durchschnittlichen monatlichen Umsatzes des Jahres 2019.

Aufnahme der selbständigen TätigkeitVergleichszeitraumBerechnung des Referenzumsatzes
vor dem 01.01.201901.01. bis 31.12.2019Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019/12) x 6
zwischen 01.01.2019 und 30.04.2020volle Monate der Geschäftstätigkeit in 2019Referenzumsatz = (Jahresumsatz 2019 / Anzahl der vollen Monate der Geschäftstätigkeit in 2019) x 6
oder 01.01. bis 29.02.2020Referenzumsatz = ((Umsatz Januar 2020 + Umsatz Februar 2020) / 2) x 6
oder 01.07. bis 30.09.2020Referenzumsatz = (Umsatz 3. Quartal 2020 / 3) x 6

Als Umsätze sind für die Berechnung der Neustarthilfe die Netto-Umsätze anzugeben, d.h. der Umsatz abzüglich der Umsatzsteuer. Ein Umsatz wurde in dem Monat erzielt, in dem die Leistung erbracht wurde. Bei der Ist-Versteuerung kann bei der Frage nach der Umsatz-Erzielung der Zeitpunkt der Entgeltvereinnahmung gewählt werden. Erfolgt keine monatliche Abrechnung der Umsätze, zum Beispiel bei Dauerleistungen, ist es zulässig von einer gleichmäßigen Verteilung der Umsätze auszugehen.

Beantragen natürliche Personen die Neustarthilfe , werden sowohl bei der Berechnung des Referenzumsatzes als auch bei der Endabrechnung der Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit zuzüglich zu den freiberuflichen und gewerblichen Umsätzen berücksichtigt.

Auszahlung der Neustarthilfe

Die Neustarthilfe wird als Vorschuss gezahlt. Die Begünstigten verpflichten sich bei Beantragung zu einer Endabrechnung durch Selbstprüfung nach Ablauf des Förderzeitraums. Sollte der Umsatz während der 6-monatigen Laufzeit bei mehr als 40% des 6-monatigen Referenzumsatzes liegen, sind die Vorauszahlungen anteilig zurückzuzahlen. Liegt der erzielte Umsatz bei 90% oder mehr, so ist die Neustarthilfe vollständig zurückzuzahlen.

Zur Bekämpfung von Subventionsbetrug finden stichprobenhaft Nachprüfungen statt.

Antrag selbst oder über einen Berater stellen

Bis zum 31.08.2021 kann die einmalige Neustarthilfe beantragt werden.

Wer keine Einkünfte aus einer Personengesellschaft oder für eine Ein-Personen-Kapitalgesellschaft geltend machen will, kann entweder ein Direktantrag oder einen Antrag über prüfende Dritte stellen. Der Direktantrag wird über das Online-Tool auf der Seite direktantrag-uberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragt werden. Zur Identifizierung wird das ELSTER-Zertifikat genutzt.

Wer auch Umsätze aus der Personengesellschaft geltend macht oder den Antrag für eine Ein-Personen-Kapitalgesellschaft stellen möchte, muss den Antrag über einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer, Rechtsanwälte) stellen.

Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III

Es kann entweder die Neustarthilfe oder die Erstattung von Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe III in Anspruch genommen werden. Eine Inanspruchnahme beider Förderungen ist nicht möglich.

Wichtig: Nur ein Antrag auf Neustarthilfe ist möglich

Wenn ein Antrag als natürliche Person gestellt wird, kann die Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter der Antragsteller ist, keinen Antrag auf Neustarthilfe mehr stellen und umgekehrt.

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