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Betriebsausgabe Carport für betrieblich genützte Fahrzeuge

Ein Carport als Unterstellmöglichkeit für PKWs, Fahrräder oder vielleicht auch LKWs ist dann als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig, wenn es im Rahmen einer unternehmerischen Tätigkeit hergestellt wird und dem Betriebsvermögen zugeordnet werden kann.

Da ein Carport in der Regel mehr als 150 Euro – Grenze der sofort abziehbaren Betriebsausgaben – in der Herstellung kostet, kann die Herstellung eines Carports nicht als sofort abziehbare Betriebsausgabe geltend gemacht werden, sondern muss im Rahmen der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer über die jährliche Abschreibung für Abnutzung (AfA) gewinnmindernd erfasst werden.

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für ein Carport

Leider ist ein Carport nicht in der amtlichen Abschreibungstabelle enthalten. Unterscheiden werden muss jedoch eindeutig, ob ein Carport zusammen mit dem Gebäude abgeschrieben wird und damit auch dessen Nutzungsdauer auf das Carport übertragen wird – BFH-Urteil vom 28.06.1983, VIII R 179/79, BStBl. 1984 II S. 196 – oder ob das Carport losgelöst und unabhängig von der Errichtung des vielleicht schon wesentlich früher gebauten Gebäudes abgeschrieben wird und damit einer eigenen Nutzungsdauer unterliegt.

Dann ergibt sich folgendes:

  • eigene Nutzungsdauer für Carports = 20 Jahre = 5% AfA-Satz
  • Nutzungsdauer des dazugehörigen Gebäudes = variabel, da vom Gebäude abhängig

Wann gilt eine eigene Abschreibung für ein Carport?

Das Carport besitzt eine eigene Abschreibung, wenn

  • das Carport auf einem anderen Grundstück wie das dazugehörige Gebäude errichtet wird, beispielsweise auf der anderen Straßenseite oder gar in einem anderen Ort.
  • mehrere Carports auf einem unbebauten Grundstück zur Vermietung errichtet werden,
  • die dazugehörige Wohnung / das Gebäude privat genutzt und nur die Garage betrieblich genutzt wird,
  • Carports nachträglich auf dem Grundstück eines Mietwohnhauses errichtet werden und diese Carports nicht Bestandteil der erteilten Baugenehmigung waren – BFH-Urteil vom 29.05.2005, IX R 26/04, BStBl. 2006 II S. 169

Rückbaukosten – Bau des Carports ggf. mit Vermieter abstimmen

Vorstellbar ist auch, dass ein Carport auf einem gemieteten Grundstück errichtet wird – dem Unternehmen das Grundstück mit dem Gebäude also nicht dem Betriebsvermögen zuzurechnen ist. In diesem Fall muss aber mit dem Vermieter geklärt sein, ob er dieses duldet, ein Carport auf seinem Grundstück zu errichten. Darüber hinaus muss auch geklärt sein, was nach Beendigung des Mietvertrages mit dem errichteten Carport geschieht. Die Kosten für den Rückbau des Carports stellen für das Unternehmen Betriebsausgaben dar.

Lieferung, Transportkosten, Aufbau- und Montagekosten

Sofern der Carport nicht selbst errichtet wird, zählen selbstverständlich die Anschaffungs- und Errichtungskosten zu den abschreibungsfähigen Betriebsausgaben. Auch in dem Fall, dass der Unternehmer den Carport in einem Baumarkt auswählt, käuflich erwirbt und anschließend selbst aufbaut. Selbstverständlich zählen auch die Transport-, Liefer- und Aufbaukosten zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten des Carports und können über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben werden. Die Abschreibung ist als gewinnmindernder Aufwand zu buchen.

Urteil im Zusammenhang mit einem Carport

Im Zusammenhang mit einer Photovoltaikanlage auf einem privaten Carport hat bereits in der Vergangenheit der BFH eine Entscheidung hinsichtlich der Betriebszugehörigkeit und des damit verbundenen Vorsteuerabzugs nach der Errichtung des Carports entschieden.

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