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Energiekostenzuschläge als Bezugsnebenkosten buchen – wie erfasse ich richtig?

Die zur Zeit aktuell rasant steigenden Energiepreise zwingen viele Unternehmen – ihren Kunden bei Warenlieferungen zusätzlich einen Energieaufschlag zu berechnen. Dies erfolgt entweder prozentual auf die eingekauften Mengen oder als Pauschale.

Ist es sinnvoll – diese in Rechnung gestellten Kosten in der Buchhaltung separat als Bezugsnebenkosten zu erfassen oder direkt als Zuschlag auf den Einkaufpreis der Ware umzulegen?

Energiekostenzuschläge sind Teil der Bezugsnebenkosten

Zu einem Warenbezug gehören neben dem Hauptstoff auch die Bezugsnebenkosten – analoge Anwendung des § 255 Abs. 1 HGB. Zu diesen Warenbezugsnebenkosten gehören auch die prozentual bzw. pauschal berechneten auf auf den Hauptstoff aufgeschlagenen Energiekostenzuschläge.

Bezugsnebenkosten können gemeinsam als auch getrennt gebucht werden

Warenbezugsnebenkosten können im Rahmen als Wareneingang direkt aus das Sachkonto Wareneingang erfasst werden.

SKR 03 = 3400 / SKR 04 = 5400 (Automatikkonto mit Vorsteuerabzug 19%)

Im Anschluss lassen sich dann aber die Haupt- und Nebenkosten nur schwer unterscheiden und feststellen. Eine detaillierte betriebswirtschaftliche Auswertung und Analyse der Zahlen des Unternehmens – speziell zum Wareneinsatz – ist so nicht realisierbar.

Daher ist es ratsam, die Bezugsnebenkosten beim Wareneinsatz auf ein separates Sachkonto zum Wareneinsatz zu buchen – zum Beispiel:

SKR 03 = 3800 / SKR 04 = 5800

Verbuchung von Energiekostenzuschlägen – eine individuelle Entscheidung

Ob die Buchung getrennt vorgenommen wird oder nicht – ist eine firmeninterne Entscheidung. Hier sind betriebsinterne Prozesse und Auswertungen relevant. Die Entscheidung sollte jedes Unternehmen aus eigener Sicht treffen – den Nutzen und den Aufwand dabei berücksichtigen.

Energiekostenzuschläge und die Umsatzsteuer

Der Unterschied der buchhalterischen Erfassung hängt umsatzsteuerlich auch davon ab, ob es sich im umsatzsteuerlichen Sinne um eine einheitliche Leistung handelt oder zwei getrennte Leistungen vorliegen. Eine einheitliche Leistung ist dann gegeben, wenn die Nebenleistung in Bezug auf die Hauptleistung untergeht oder diese nur dazu bestimmt ist, der Hauptleistung zu dienen.

zum Beispiel: Warenumschließungen bei Versand von Artikeln

Im Falle einer einheitlichen Leistung ist buchhalterisch nicht zu beanstanden, wenn ein Sachkonto – 3400 / 5400 – bebucht wird. Sollte es sich um eine unabhängige Leistung handeln, die getrennt von der Hauptleistung zu beurteilen ist, ist die Verbuchung über ein Untersachkonto zu 3400 / 5400 zu empfehlen.

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