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Bei der Fahrtenbuchmethode müssen grundsätzlich alle Beleganforderungen erfüllt sein.

Wird ein Dienstwagen an einer betrieblichen Zapfsäule betankt, die weder die abgegebene Kraftstoffmenge noch den Preis anzeigt, dürfen für die Zwecke der Fahrtenbuchmethode zu ermittelnden Kraftkosten aus dem geschätzten Verbrauch des Fahrzeugs abgeleitet werden. Diese Schätzung führt nach einem Urteil des FG München nicht zur Verwerfung der Fahrtenbuchmethode.

Ermittlung der Kraftstoffkosten

Im zugrundeliegenden Fall hatte der Arbeitgeber die private Dienstwagennutzung seiner Arbeitnehmer nach der Fahrtenbuchmethode in der Lohnsteuer abgerechnet. Die hierfür zugrunde gelegten Gesamtkosten der Fahrzeuge hatte er zwar überwiegend durch Belege nachgewiesen, die angefallenen Kraftstoffkosten konnte er jedoch nicht einzeln belegen. Die Fahrzeuge wurden an einer betrieblichen Zapfsäule betankt, die weder die abgegebene Kraftmenge noch den Kraftstoffpreis angezeigt hat. Der Arbeitgeber wählte daher die Schätzung der Kraftstoffkosten, in dem er aus seinen Rechnungseingängen den durchschnittlichen Kraftstoffpreis ermittelte und den Verbrauch der Fahrzeuge den Herstellerangaben entnahm – den höchsten angegebenen Verbrauch im Straßenverkehr.

Das Finanzamt erachtete die Fahrtenbuchmethode als nicht anwendbar und argumentierte, dass die Gesamtkosten der Fahrzeuge nicht regelmäßig nachgewiesen waren. In der Folge führte es die Besteuerung der privaten PKW-Nutzung nach der 1%-Methode durch und nahm den Arbeitgeber für die – nun erheblich höhere – Lohnsteuer in Haftung.

Anwendung der Fahrtenbuchmethode

Das Finanzgericht urteilte, dass die günstigere Fahrtenbuchmethode vorliegend anwendbar war. Neben einem ordnungsgemäß geführten Fahrtenbuch lag auch der erforderliche Belegnachweis für die Gesamtkosten der Kraftfahrzeuge vor. Die Schätzung des konkreten Kraftstoffverbrauchs stellte nach Gerichtsmeinung nur einen geringfügigen Mangel dar, der nicht zur Verwerfung der Fahrtenbuchmethode führte. Dem erforderlichen Nachweis der Aufwendungen wurde nach Gerichtsmeinung dadurch Genüge getan, dass der Arbeitgeber die Einkaufsrechnungen für den Kraftstoff vorgelegt und den Kraftstoffverbrauch aus dem höchsten vom Fahrzeughersteller angegebenen Verbrauch pro Kilometer abgeleitet hatte.

Die Revision gegen das Urteil ist beim BFH anhängig, AZ beim BFH IV R 44/20

FG München – Urteil vom 16.10.2020 – 8 K 611/19

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