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Computerzubehör: Wechsel und Nachrüstung einzelner Hardwareteile

Der Wechsel von Computerzubehör – zum Beispiel ein Monitor – bedeutet immer, dass ein Anlagenzugang und ein Anlagenabgang zu erfassen sind.

Austausch von Computerzubehör – Anlagenzugang und Anlagenabgang buchen

Der Computer ist mit seinen Peripheriegeräten – zum Beispiel mit einem Monitor – ist kein einheitliches Wirtschaftsgut. Hierzu siehe: BFH Urteil vom 15.07.2010 – III R 70/08. Es ist durchaus möglich, jedes Peripheriegerät einer Computeranlage zu ersetzen bzw. mit einer anderen Anlage zu kombinieren.

Wenn ein Monitor oder Drucker defekt ist, lohnt sich meistens keine Reparatur der Gerätschaft. Der Unternehmer ersetzt dann den Monitor oder den Drucker durch ein Neugerät, aber niemals die gesamte EDV-Anlage. Den Buchwert des zu ersetzenden Wirtschaftsgutes bucht er als Anlagenabgang und mindert somit den Gewinn.

Wenn der Unternehmer die EDV-Anlage in einer Summe buchhalterisch erfasst hat, ermittelt er nachträglich den Anteil des Kaufpreises für den Monitor bzw. Drucker – ggf. auch durch eine Schätzung.

Hinweis: Verkürzte Nutzungsdauer seit 01.01.2021 möglich

Angeschaffte Wirtschaftsgüter sind regelmäßig über ihre betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer abzuschreiben. Bis zum 31.12.2020 betrug diese Computer und Zubehör – soweit kein GWG – drei Jahre. Erst mit dem BMF-Schreiben vom 22.02.2022 – in Ergänzung zum Schreiben vom 26.02.2021 – wurde die Nutzungsdauer für digitale Wirtschaftsgüter auf ein Jahr verkürzt.

BMF-Schreiben vom 22.02.2022 – IV C 3 – S 2190/21/10002 :025

Die Neuregelung findet Anwendung für Wirtschaftsjahre – die nach dem 31.12.2020 enden. Ergänzend hierzu, darf die Vorschrift aber auch auf Wirtschaftsgüter angewandt werden, die in den Vorjahren angeschafft wurden und für die eine höhere Nutzungsdauer bisher als Ansatz genommen wurde.

Tipp für die Praxis: Eine vollständige Abschreibung ist möglich.

Die Finanzverwaltung macht in ihrem Schreiben deutlich, dass die Möglichkeit des Ansatzes einer kürzeren Nutzungsdauer grundsätzlich keine Sofortabschreibung darstellt. Es wird aber von der Verwaltung dennoch nicht beanstandet, wenn betroffene Wirtschaftsgüter im Jahr der Anschaffung bzw. Herstellung vollständig abgeschrieben werden.

Ist die Aufrüstung einer EDV-Anlage als Betriebsausgabe abziehbar?

Die Kosten für die Aufrüstung einer EDV-Anlage bzw. eines Personal-Computers (PC) werden den ursprünglichen Anschaffungskosten des Wirtschaftsgutes hinzuaddiert. Dies hat eine Erhöhung des Restbuchwertes zur Folge. Allerdings müsste man in diesem Fall den Buchwert des Computers um den Wert der ausgetauschten Zubehörteile – zum Beispiel Festplatte, Arbeitsspeicher – verringern. Das lässt sich in der Praxis allerdings kaum realisieren, da die Anschaffungskosten der einzelnen PC-Komponenten eher nicht bekannt sind. Der Preis

Der Preis für den Computer ist selten bzw. nie auf die einzelnen Komponenten aufgeteilt. In der Regel wird die Nutzungsdauer des Computers durch die Aufrüstung nicht verlängert. Dies dürfte nur ausnahmsweise der Fall sein, wenn mehrere Erweiterungskomponenten ausgetauscht bzw. ergänzend eingebaut werden.

Buchung bei Aufrüstung einer EDV-Anlage – eines Computers

Die Kosten der Aufrüstung eines Computers werden regelmäßig als sofort abziehbare Betriebsausgabe gebucht. Dabei sollte das Aufwandskonto – Wartungskosten für Hard- und Software – verwendet werden.

SKR 03 = 4806 und SKR 04 = 6495

Änderung der Nutzungsdauer von Computerhardware und Software

Die Nutzungsdauer von Computerhardware und Software wird auf ein Jahr reduziert.

Die Finanzverwaltung hat mit einem aktuellen BMF-Schreiben die Möglichkeit eröffnet, bestimmte digitale Wirtschaftsgüter in einem Jahr abzuschreiben, statt wie bisher in 3 Jahren. Dies gilt für Anschaffungen nach dem 01.01.2021.

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