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UPADTE: 15.04.2021 Verbesserung und Eigenkapitalzuschuss bei der Überbrückungshilfe III

Unternehmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie besonders schwer und über eine sehr lange Zeit von Schließungen betroffen sind, erhalten einen neuen zusätzlichen Eigenkapitalzuschuss. Darüber hinaus werden die Bedingungen (Ziffer 8 des MPK-Beschlusses vom 23.03.2021).

Ergänzende Informationen zu den Verbesserungen und des neuen Eigenkapitalzuschusses

  • Alle Unternehmen, die in mindestens drei Monaten seit November 2020 einen Umsatzeinbruch von mehr als 50% erlitten haben, erhalten einen Eigenkapitalzuschuss. Der Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.
  • Weiterhin wird die Fixkostenerstattung der Überbrückungshilfe III für Unternehmen, die einen Umsatzeinbruch von mehr als 70% verzeichnen, auf bis zu 100% erhöht. Bislang wurden bis zu 90% der förderfähigen Fixkosten erstattet.
  • Die Vorgaben des europäischen Beihilferechts sind für die gesamte Förderung der Überbrückungshilfe einzuhalten, d.h. auch inklusive des Eigenkapitalzuschusses. Die Überbrückungshilfe III stützt sich auf die Bundesregelung Kleinbeihilfen, die Deminimis-Verordnung und die Regelung Fixkostenhilfe. Unternehmen, die auf Grundlage der Bundesregelung Fixkostenkostenregelung ihren Antrag stellen, können daher eine Förderung nur bis zu 70% der ungedeckten Fixkosten i.S. des europäischen Beihilferechts im beihilfefähigen Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 erhalten. Im Falle von kleinen und Kleinstunternehmen, Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten und einem Jahresumsatz bzw. einer Jahresbilanz von nicht mehr als 10 Mio. Euro, die auf Grundlage der Bundesregelung Fixkostenhilfe ihren Antrag stellen, darf die gewährte Hilfe bis zu 90% der ungedeckten Fixkosten betragen.

Der Eigenkapitalzuschuss im Überblick

  • Anspruchsberechtigt sind Unternehmen mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50% in drei Monaten im Zeitraum November 2020 bis Juni 2021.
  • Der neue Eigenkapitalzuschuss zur Substanzstärkung beträgt bis zu 40% des Betrages, den ein Unternehmen für die Förderfähigen Fixkosten nach Nr. 1 bis 11 erstattet bekommt. Der Eigenkapitalzuschuss ist gestaffelt und steigt an, je länger Unternehmen einen Umsatzeinbruch von mindestens 50% erlitten haben. Gezahlt wird er ab dem dritten Monat des Umsatzeinbruchs und beträgt in diesem Monat 25%. Im vierten Monat mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 50% erhöht sich der Zuschlag auf 35% und bei fünf oder mehr Monaten erhöht er sich noch einmal auf 40% pro Monat.
  • Für die einzelnen Monate ergeben sich folgende Fördersätze.
Monate mit Umsatzeinbruch >/= 50%Höhe des Zuschlags
1. und 2. Monatkein Zuschlag
3. Monat25%
4. Monat35%
5. und jeder weitere Monat40%
Eigenkapitalzuschuss – Fördersätze pro Monat

Beispiel:

Ein Unternehmen hat in den Monaten Januar, Februar und März 2021 einen Umsatzeinbruch gegenüber dem Vorjahr von 55% zu verzeichnen. Das Unternehmen hat jeden Monat 10.000 Euro betriebliche Fixkosten aus Mietverpflichtungen, Zinsaufwendungen und Ausgaben für Elektrizität, Wasser und Heizung. Es beantragt die Überbrückungshilfe III und erhält eine reguläre Förderung aus der Überbrückungshilfe III in Höhe von jeweils 6.000 Euro für Januar, Februar und März 2021 (60% von 10.000 EUR). Für den Monat März erhält das Unternehmen zusätzlich einen Eigenkapitalzuschuss in Höhe von 1.500 Euro (25% von 6.000 EUR).

  • Der neue Eigenkapitalzuschuss wird zusätzlich zur regulären Förderung der Überbrückungshilfe III gewährt.

Weitere Verbesserung der Überbrückungshilfe III

  • Die Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Saisonware und verderbliche Ware für Einzelhändler werden auf Hersteller und Großhändler erweitert.
  • Für Unternehmen der Veranstaltungs- und Reisewirtschaft wird zusätzlich zur allgemeinen Personalkostenpauschale für jeden Fördermonat eine Anschubhilfe in Höhe von 20% der Lohnsummer eingeführt, die im entsprechenden Referenzmonat 2019 angefallen wäre. Die maximale Gesamtförderhöhe der Anschubhilfe beträgt 2 Mio. Euro.
  • Die Veranstaltungs- und Kulturbranche kann zusätzlich Aus- und Vorbereitungskosten, die bis zu 12 Monate vor Beginn des geplanten Veranstaltungsdatums angefallen sind, geltend machen.
  • Antragstellern wird in begründeten Härtefällen die Möglichkeit eingeräumt, alternative Vergleichszeiträume zur Ermittlung des Umsatzrückgangs aus dem Kalenderjahr 2019 zu wählen.
  • Unternehmen in Trägerschaft von Religionsgemeinschaften sowie junge Unternehmen bis zum Gründungsdatum 31.10.2020 sind ab jetzt antragsberechtigt. Bisher konnten nur Unternehmen, die bis zum 30.04.2020 gegründet waren, einen Antrag stellen.
  • Wie für Soloselbständige mit Einnahmen ausschließlich aus freiberuflichen und gewerblichen Tätigkeiten wird auch für Soloselbständige, die Gesellschafter von Personengesellschaften sind, ein Wahlrecht geschaffen. Sie können den Antrag auf Neustarthilfe entweder über einen prüfenden Dritten oder als Direktantrag stellen. Die Antragstellung auf Neustarthilfe über prüfende Dritte ist damit nur noch für Kapitalgesellschaften verpflichtend.
  • Unternehmen und Soloselbständige erhalten ein nachträgliches Wahlrecht zwischen Neustarthilfe und Überbrückungshilfe III zum Zeitpunkt der Schlussabrechnung. So kann die im Einzelfall günstigste Hilfe aufgrund des unsicheren Verlaufs der ökonomischen Entwicklung nachträglich bestimmt werden.

Hinweis:

Die FAQ zur Überbrückungshilfe III werden zeitnah überarbeitet und veröffentlicht. Darin wird das Verfahren zur Auszahlung des Eigenkapitalzuschusses erläutert. Nach Anpassung des Programms kann die Antragsstellung über die bekannte Plattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de erfolgen. Die Antragsbearbeitung und Auszahlung erfolgt in der Verantwortung der Länder.

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